Das Wichtigste in Kürze:
Google empfiehlt seit Mai 2025 ausdrücklich „unique, non-commodity content“ – eine der klarsten Qualitätsaussagen, die Google je formuliert hat.
- Commodity Content ist austauschbar – nicht zwingend schlecht, aber ohne einzigartigen Wert. Gutes Schreiben schützt dich nicht.
- Der Google-API-Leak 2024 enthüllte das
contentEffort-Attribut – eine plausible technische Entsprechung des Konzepts, aber keine von Google bestätigte Spezifikation. - 5 Fragen, mit denen du in unter 10 Minuten prüfst, ob deine wichtigsten Seiten Commodity Content sind – plus eine Umbau-Strategie für bestehende Artikel.
Hier ist eine Frage, die ich mir selbst stelle, bevor ich irgendeinen Artikel für diesen Blog fertigstelle: Könnte ChatGPT das in 90 Sekunden schreiben – und wäre das Ergebnis im Wesentlichen identisch? Wenn die Antwort Ja ist, schreibe ich den Artikel neu. Oder ich lasse ihn ganz weg.
Das klingt streng. Ist es auch. Aber genau diesen Maßstab hat Danny Sullivan in Toronto am 21. April 2026 auf der Bühne des Google Search Central Live-Events angelegt – laut JC Chouinards Slide-Dokumentation des Events hat er das Publikum direkt gefragt, auf welcher Seite der Linie ihr eigener Blog steht. Commodity oder Non-Commodity. Austauschbar oder unverzichtbar.
Das Ärgerliche: Die meisten SEO-Blogs im DACH-Raum, die ich kenne, würden bei diesem Test durchfallen. Nicht weil die Texte schlecht sind. Sondern weil sie gut und trotzdem austauschbar sind. Das ist der Punkt, den fast alle Erklärungen zu Commodity Content verfehlen.
Dieser Artikel ist mein Versuch, das Konzept für den DACH-Kontext konkret zu machen: mit einem handhabbaren Selbsttest, mit deutschen Branchen-Beispielen – und mit einem ehrlichen Blick auf meine eigene Content-Produktion hier auf seo-kreativ.de. Den Event-Überblick aus Toronto, auf den ich mich hier beziehe, findest du in meinem Toronto-Nachbericht.
Was ist Commodity Content? Googles eigene Definition
Im Mai 2025 schrieb Google im Search Central Blog explizit: „Focus on making unique, non-commodity content“ – und betonte, dass einzigartiger, wertvoller Content sowohl für klassische Suche als auch für AI-Experiences relevant bleibt. Darüber berichtete unter anderem Search Engine Roundtable. Das ist keine Ranking-Formel, sondern eine Empfehlung – die allerdings in Kombination mit Danny Sullivans Toronto-Slides vom April 2026 eine klare strategische Aussage ergibt.
Die präzise Einordnung: Commodity Content ist kein offiziell bestätigter Ranking-Begriff – sondern ein Interpretationsmodell, das sich aus Googles Empfehlungen für hilfreichen Content ableitet. Googles Leitfaden zu hilfreichen Inhalten warnt seit langem vor stark automatisiertem, zusammenfassendem und suchmaschinengetriebenem Content ohne eigene Informationsleistung. Die Empfehlung zu „unique, non-commodity content“ aus Mai 2025 ist eine besonders klare Formulierung dieser Haltung – aber nicht die einzige, und nicht als abschließende Definition zu verstehen. Entscheidend dabei: Du kannst keine Fakten urheberrechtlich schützen. Ein Text, der korrekte Informationen enthält, aber keine eigene Perspektive, kein eigenes Datum, keine eigene Entscheidung – ist Commodity. Punkt.
Shaun Anderson von Hobo bringt das gut auf den Punkt: Das hier ist im Grunde Helpful Content 2.0. Was Google früher vage als „people-first“ beschrieben hat, bekommt mit dem Commodity-Begriff eine schärfere Kante. Der Maßstab ist nicht mehr „ist das hilfreich?“, sondern „wäre das unwiederbringlich verloren, wenn diese Seite morgen verschwände?“
Die teure Illusion: Warum gutes Schreiben nicht reicht
Das ist der Punkt, an dem ich in meiner Beratungsarbeit regelmäßig gegen eine Wand stoße. Ich zeige einem Kunden seinen Blog. Die Texte sind ordentlich. Die Struktur stimmt. H2, H3, Bullet Points, internes Linking – alles da. Und trotzdem: austauschbar.
Warum? Weil der Autor alles richtig gemacht hat – nur mit dem falschen Ausgangsmaterial. Er hat die Top-5-Ergebnisse zu seinem Keyword gelesen und daraus einen neuen Artikel gemacht. Besser formatiert vielleicht. Etwas ausführlicher. Aber inhaltlich: eine Zusammenfassung dessen, was schon existiert. Mark Williams-Cook brachte das in der Community-Diskussion nach Toronto sinngemäß auf die Formel: Content, der wie die Top-5-Ergebnisse aussieht, nur leicht umgeschrieben, ist Commodity – egal wie gut er formuliert ist.
Das ALM-Corp-Team hat noch eine wichtige Nuance ergänzt, die ich für die DACH-Praxis entscheidend finde: In vielen Unternehmen sind die Leute mit dem wertvollsten Wissen zu beschäftigt, um Content zu schreiben. Der Steuerberater, der wirklich spannende Grenzfälle bearbeitet, hat keine Zeit für den Firmenblog. Der Handwerksmeister, der dutzende schwierige Einbausituationen kennt, delegiert das Schreiben an jemanden, der die Fälle nicht kennt. Das Ergebnis ist zwangsläufig generisch.
Zwei Nischen, in denen mir das besonders deutlich auffällt – und die ich aus eigener Beobachtung kenne:
iGaming: Wer sich durch deutschsprachige Casino- oder Slot-Reviews klickt, sieht dasselbe Dutzend-mal: Bonus-Übersicht, RTP-Angabe, Screenshot von der Lobby, Bewertungssterne. Kein einziger Beweis, dass der Autor den Anbieter wirklich genutzt hat. Kein Screenshot einer echten Ein- oder Auszahlung. Keine Angabe wie lange die Auszahlung tatsächlich gedauert hat. Keine persönliche Einschätzung ob der Support auf eine konkrete Frage geantwortet hat. Das ist Commodity in Reinform – und gleichzeitig eine der wettbewerbsintensivsten Content-Nischen im deutschen Web. Google hat das erkannt: Affiliate-Seiten ohne echten Mehrwert werden zunehmend aussortiert – und iGaming-Reviews ohne Nutzererfahrung sind das Paradebeispiel dafür. Mehr zum Hintergrund dieser Nische: Black Hat SEO im Glücksspiel-SERP. Der einzige Ausweg: echter Nachweis. Ein Screenshot der Auszahlungsbestätigung mit Zeitstempel ist mehr wert als 1.500 Wörter generisches Review-Text.
Template-basierter Content: Abseits von iGaming begegnet mir in Audits ein Muster, das ich mittlerweile „Wer-Was-Wie-Syndrom“ nenne: Jeder Artikel folgt demselben Skelett – Abschnitt 1 erklärt was das Thema ist, Abschnitt 2 warum es wichtig ist, Abschnitt 3 wie man es umsetzt, Abschnitt 4 ein paar Tools-Empfehlungen, Fazit. Das Template ist nicht falsch. Aber wenn hundert Artikel in derselben Nische exakt diesen Aufbau haben, ist die Struktur selbst zum Commodity geworden – unabhängig vom Inhalt. Leser bemerken das, auch wenn sie es nicht explizit benennen können: Der Text wird überflogen, nicht gelesen. Ob Google die Strukturähnlichkeit als Qualitätssignal wertet, ist nicht belegt – aber Googles Leitlinien warnen ausdrücklich vor Content, der primär zusammenfasst statt eigene Informationsleistung liefert. Wie KI dieses Problem verschärft, habe ich in meinem Artikel zur KI-Content-Falle beschrieben.
contentEffort: Das technische Signal hinter dem Konzept
contentEffort – laut Leak-Dokumentation eine „LLM-basierte Aufwandsschätzung für Artikel-Seiten“. Leak-Analysen deuten darauf hin, dass Google Aufwand und Originalität algorithmisch annähern könnte. Das ist Inference, keine bestätigte Tatsache – aber eine plausible Erklärung für Muster, die ich in Audits beobachte.
Hier wird es technisch – und ich muss vorab sagen: Was folgt, basiert auf der Analyse des Google-API-Leaks durch Shaun Anderson (Hobo) und wurde nicht von Google offiziell bestätigt. Ich halte die Interpretation für plausibel und gut begründet. Aber ich möchte keinen Fakten daraus machen, was Inference ist.
Im Mai 2024 wurden Teile der internen Google Content-Warehouse-API-Dokumentation öffentlich. Unter den rund 14.000 dokumentierten Attributen findet sich eines namens contentEffort. Analysten – allen voran Shaun Anderson (Hobo) – interpretieren es als LLM-basierte Aufwandsschätzung für Artikelseiten: ein algorithmischer Versuch, zu messen, wie viel originäre menschliche Arbeit, Expertise und Originalität in einem Inhalt steckt. Das ist eine Analysehypothese, keine von Google bestätigte Spezifikation.
Was das bedeutet: Aus meiner Arbeit in technischen SEO-Audits beobachte ich schon länger, dass schlicht mehr Text und mehr Keywords allein nicht mehr reichen. Das contentEffort-Attribut, wenn es die beschriebene Rolle spielt, wäre eine mögliche technische Erklärung dafür. Google selbst sagt, es gebe keinen bevorzugten Wortcount – der Fokus liegt auf Qualität und Relevanz, nicht auf Länge. Wie Google KI-Texte dabei konkret bewertet, erkläre ich in meinem Artikel Wie bewertet Google KI-Texte?
Cyrus Shephard, der das Thema auf der Ahrefs Evolve 2025 weiter ausgearbeitet hat, formuliert es so: Effort ist originale Information, nützliche Information, eigene Bilder, eigene Recherchen – und es ist alles zusammen. Die Wortanzahl allein sagt nichts. Mehr dazu, wie der Google-Leak Nutzersignale und Content-Qualität verknüpft, habe ich in meiner Google-Leak-Analyse aufgearbeitet.
contentEffort ist ein Leak-Attribut, kein offiziell bestätigter Rankingfaktor. Hobos Analyse dazu ist in zwei Artikeln dokumentiert: Was ist das contentEffort-Signal? und die technischere Leak-Attribut-Analyse. Beide sind Inference, keine Gewissheit. Behandle es als plausibles Signal, nicht als gesichertes Faktum.
Der 5-Fragen-Selbsttest: Bin ich schon Commodity?
Ich nutze diesen Test für meinen eigenen Blog und für Kundenprojekte. Die Fragen klingen einfach. Sie sind es nicht.
Frage 1: Könnte ChatGPT diesen Artikel in 90 Sekunden schreiben – und wäre das Ergebnis im Wesentlichen identisch?
Nicht „ähnlich“. Identisch im Informationsgehalt. Wenn ja: Du hast Commodity Content. Der Test ist brutal, aber zuverlässig. Du kannst ihn sogar direkt machen: Prompt ChatGPT mit deinem Hauptkeyword und vergleiche.
Frage 2: Enthält der Artikel mindestens einen Datenpunkt, den nur du erheben konntest?
Das kann eine eigene Messung sein, ein Screenshot aus deiner Search Console, eine Beobachtung aus einem echten Kundenprojekt, eine anonymisierte Fallschilderung. Etwas, das aus deiner Praxis stammt und nicht im Netz bereits abgebildet ist. Wenn du nichts findest: Commodity. Im iGaming-Bereich etwa – einer der commodity-dichtesten Nischen im deutschen Web – würde ein einziger echter Screenshot einer Auszahlungsbestätigung mit Zeitstempel bereits genügen. Nicht weil das technisch beeindruckend ist, sondern weil es der einzige Beweis ist, dass der Autor den Anbieter wirklich genutzt hat. Kein anderer kann diesen Screenshot produzieren.
Frage 3: Würde ein erfahrener Branchenkenner nach dem Lesen etwas wissen, was er vorher nicht wusste?
Nicht ein Einsteiger – ein Profi. Das ist der härteste Filter. Wenn der Artikel nur für Anfänger nützlich ist, weil er Basics erklärt, die ein Fachmann bereits kennt: Das ist per Definition austauschbares Grundlagenwissen.
Frage 4: Enthält der Artikel eine Meinung oder Entscheidung, für die du persönlich eintrittst?
Nicht „Experten empfehlen…“ oder „In der Regel gilt…“. Eine klare Positionierung: „Ich würde in dieser Situation X machen, weil…“ Wenn der Artikel durchgehend beide Seiten abwägt und zu keinem Ergebnis kommt, ist er ein diplomatisches Non-Commitment – und damit austauschbar.
Frage 5: Wenn diese Seite morgen offline ginge – würde jemand ihr nachtrauern?
Oder gäbe es sofort zehn identische Alternativen? Das ist keine Rhetorik. Es ist der Kern-Test. Non-Commodity Content ist das, was Menschen bookmarken, teilen und verlinken, weil es nirgendwo sonst so steht.
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Commodity vs. Non-Commodity im DACH-Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt eigene Beispiele aus Branchen, die mir aus meiner Projektarbeit vertraut sind. Die Commodity-Überschriften haben eins gemeinsam: Man könnte sie austauschen und niemand würde den Unterschied bemerken.
| Branche | Commodity ❌ | Non-Commodity ✓ |
|---|---|---|
| Steuerberatung | „5 Tipps zur Steuererklärung für Selbstständige“ | „Warum mein Mandant mit einem Fahrtenbuch 40% Steuererstattung bekommen hat – und die meisten das übersehen“ |
| SHK-Handwerk | „Wärmepumpe oder Gas: Vor- und Nachteile im Vergleich“ | „Warum wir in diesem Altbau von 1968 keine Wärmepumpe eingebaut haben – und was wir stattdessen empfohlen haben“ |
| E-Commerce / Treppen | „Treppenlift kaufen: Alles was du wissen musst“ | „Gewendelte Treppe, 76 cm Breite, Absatz im letzten Drittel: 3 echte Einbaufälle und was sie kosteten“ |
| SEO-Dienstleister | „SEO-Checkliste 2026: 20 Punkte für bessere Rankings“ | „Wie ein Magento-Shop mit 4.800 Filterkombinationen seinen Index-Anteil von 12% auf 67% gesteigert hat“ |
| Immobilien | „Hauskauf: Diese 7 Fehler solltest du vermeiden“ | „Warum wir einem Käufer empfohlen haben, das Gebäude nicht zu besichtigen – Analyse eines Inserats aus dem Saarland“ |
| iGaming / Casino | „[Anbieter X] Review 2026: Bonus, Spiele & Bewertung“ | „[Anbieter X]: Auszahlung beantragt – Screenshot, Zeitstempel, was wirklich passiert ist“ |
Das Muster: Die Commodity-Überschriften könnten von hundert verschiedenen Websites stammen. Die Non-Commodity-Überschriften tragen eine Unterschrift. Sie erzählen von einer konkreten Situation, einer echten Entscheidung, einem echten Ergebnis – und das kann nur jemand schreiben, der das selbst erlebt hat.
Das iGaming-Beispiel verdeutlicht das besonders klar: Wenn zwanzig Seiten denselben Anbieter mit derselben Tabellenstruktur reviewen und keine einzige einen echten Zahlungsnachweis zeigt, dann ist das Fehlen von Evidenz das eigentliche Commodity-Merkmal. Non-Commodity bedeutet hier nicht unbedingt eine außergewöhnliche Erfahrung – sondern schlicht der Beweis, dass überhaupt eine stattgefunden hat.
Gleiches gilt für den Wer-Was-Wie-Aufbau: Es ist kein Zufall dass template-basierter Content selten verlinkt und selten geteilt wird. Die Struktur selbst signalisiert dem Leser – und Google – dass hier jemand ein Format befüllt hat, kein Wissen dokumentiert.
Infografik: Das Commodity-Spektrum

Umbau-Strategie: Bestehende Seiten retten
Ich gehe das in drei Stufen an, wenn ich mit einem Content-Team sitze:
Stufe 1: Priorisierung. Nimm deine 20 traffic-stärksten Seiten und führe den Selbsttest durch. Teile sie in drei Gruppen ein: klar Non-Commodity (nichts tun), Grauzone (erweitern), klar Commodity (entscheiden: umbau oder bewusste Nebenrolle). Wie du dabei systematisch vorgehst und toten Content von wertvollem Content trennst, erkläre ich ausführlich im Guide zu Content Audit & Pruning. Achte dabei besonders auf zwei Warnsignale: (a) alle Artikel folgen demselben strukturellen Aufbau – Wer, Was, Wie, Tools, Fazit – ohne einen einzigen Artikel der diese Logik bricht; (b) alle Artikel könnten auch von einem anderen Anbieter stammen und niemand würde es merken.
Stufe 2: Den nicht-replizierbaren Kern finden. Für jede Seite in der Grauzone: Was weißt du, was dein Wettbewerb nicht weiß? Das kann eine Zahl aus deiner internen Statistik sein, ein Screenshot aus einem realen Projekt, eine Entscheidung, die du begründen kannst. Im iGaming-Kontext ist das oft erschreckend simpel: Ein Screenshot der tatsächlichen Auszahlungsbestätigung mit Zeitstempel – etwas das jeder Reviewer haben könnte, aber kaum einer zeigt – wäre bereits ein starkes Non-Commodity-Signal. Diesen Kern einbauen, nicht als Appendix, sondern als Herzstück des Artikels.
Stufe 3: Die Überschrift anpassen. Das klingt kosmetisch, ist es aber nicht. Eine Non-Commodity-Überschrift ist ein Versprechen auf echten Mehrwert. „5 Tipps für besseres E-Mail-Marketing“ ist ein Versprechen auf Allgemeinwissen. „Warum meine Open-Rate nach diesem einen Fehler von 18% auf 31% gestiegen ist“ ist ein Versprechen auf eine spezifische Erfahrung. Unterschiedliche Erwartungshaltung, unterschiedliche Klickrate, unterschiedliches Engagement.
Was ich in meinen Projekten beobachte: Oft reicht ein einziger wirklich guter eigener Datenpunkt oder eine einzige konkrete Entscheidungssituation, um einen Artikel aus der Commodity-Zone herauszuheben. Das ist weniger Arbeit als ein komplett neuer Artikel – und hat deutlich mehr Wirkung. Wie Google Content-Qualität in der Indexierungsentscheidung gewichtet, habe ich ausführlich im Artikel zu Crawling & Indexierung beschrieben. Und wie sich das auf KI-Sichtbarkeit überträgt, erkläre ich im Guide zu SEO, AIO, GEO und LLMO.
Fazit: Der Graben wird tiefer
Kevin Indig hat das 2021 schon formuliert – lange bevor Danny Sullivan in Toronto auf die Bühne trat: Content existiert auf einem Austauschbarkeits-Spektrum. Wenn er leicht replizierbar ist, hast du ein Problem. Wenn er differenziert ist, ist er dein Wettbewerbsvorteil. Shaun Anderson von Hobo beschreibt das aktuelle Stadium als „Helpful Content 2.0″ – eine Zuspitzung der alten people-first-Logik mit schärferer Kante.
Was sich seit 2021 verändert hat: Die Signale verdichten sich. Googles Empfehlung zu „unique, non-commodity content“ aus Mai 2025, Danny Sullivans Toronto-Slides vom April 2026, und die Leak-Analysen zu contentEffort – das sind keine zufälligen Einzelereignisse. Das ist eine konsistente Kommunikation über dasselbe Qualitätsprinzip, auch wenn die technische Umsetzung hinter Googles Kulissen bleibt.
Für die DACH-Praxis heißt das: Der günstigste Weg, Content zu produzieren, ist der teuerste Weg, Content zu betreiben. Wer mit KI-Tools oder ausgelagerten Textagenturen Masse produziert, ohne eigenes Wissen einzuspeisen, zahlt die Rechnung beim nächsten Core Update. Das ist nicht neu. Aber es wird strenger vollstreckt.
Ich mache das selbst nicht immer perfekt. Auch auf seo-kreativ.de gibt es Artikel, die ich heute mit dem Selbsttest schlechter bewerten würde als bei der Veröffentlichung. Der Unterschied ist: Ich überarbeite sie. Das ist das Einzige, was langfristig zählt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Commodity Content dasselbe wie Thin Content?
Nein, das ist ein wichtiger Unterschied. Thin Content ist typischerweise dünn an Substanz – wenige Wörter, kaum Tiefe. Commodity Content kann umfangreich und gut recherchiert sein und trotzdem austauschbar wirken, weil er keine einzigartige Perspektive, keine eigenen Daten und keine persönliche Erfahrung einbringt. Google rankt Commodity Content weiterhin – er ist kein Spam. Das Problem entsteht bei Abhängigkeit.
Schadet Commodity Content meiner gesamten Domain?
Der contentEffort-Leak-Analyse zufolge fließen Seiten-Qualitätssignale auf Domain-Ebene ein. Ein hoher Anteil an Niedrig-Aufwand-Seiten kann den gesamten Qualitätsscore einer Domain unter Druck setzen – ähnlich wie es beim Helpful Content Update beobachtet wurde. Ein Domain-weiter Content-Audit ist daher keine kosmetische Übung, sondern strategisch relevant. Google hat das bestätigt: Low-quality content on one part of a site can negatively impact the whole.
Kann ich mit KI-Tools trotzdem Non-Commodity Content produzieren?
Ja – aber KI kann nur verarbeiten und strukturieren, was du ihr gibst. Wenn du eigene Daten, eigene Fallbeispiele und eine klare eigene Positionierung als Ausgangsmaterial einbringst, kann KI dabei helfen, das besser aufzubereiten. Was KI nicht liefern kann: originäre Erfahrung, proprietäre Daten und persönliche Entscheidungen. Die müssen von dir kommen. Furkan Özkaya hat das in der Community-Diskussion nach dem Toronto-Event sinngemäß so formuliert: KI-Content funktioniert nur dann, wenn ein Mensch 2-3 Stunden substanzielle Redaktionsarbeit pro Stück investiert. Diese Schätzung deckt sich mit meiner eigenen Produktionserfahrung für diesen Blog.
Wie erkenne ich, ob mein Content in AI Overviews zitiert wird?
Die Google Search Console beginnt seit Anfang 2025, AI-Overview-Impressionen zu erfassen. Im Performance-Bericht gibt es unter Suchtyp zunehmend entsprechende Filteroptionen. Spezifische AIO-Tracking-Funktionen bauen Drittanbieter wie Semrush und Ahrefs derzeit aus. Als grobe Faustregel gilt: Non-Commodity Content mit starken E-E-A-T-Signalen und strukturierten Daten hat deutlich höhere Chancen auf Zitation. Mehr dazu in meinem Guide zur Funktionsweise von AI Overviews.
Was ist der Unterschied zwischen Non-Commodity Content und E-E-A-T?
E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) ist das qualitative Framework, das Google nutzt, um Inhaltsqualität zu beschreiben. Non-Commodity Content ist das Ergebnis, wenn E-E-A-T wirklich gelebt wird. Du kannst E-E-A-T-Signale im Sinne von Autorenbiografien und Quellenangaben einbauen – und trotzdem Commodity Content produzieren, wenn der eigentliche Inhalt generisch ist. Umgekehrt zieht wirklich einzigartiger Content automatisch E-E-A-T-Signale an: Links, Erwähnungen, Zitationen. Wie du E-E-A-T konkret umsetzt, erkläre ich im E-E-A-T-Guide für mehr Trust und bessere Rankings.
Soll ich meine Commodity-Seiten löschen?
Nicht reflexartig. Erstens: Commodity-Definitonsseiten und Glossare haben ihren Platz als thematisches Fundament und können in AI-Knowledgebases nützlich sein. Zweitens: Bevor du löschst, prüfe, ob eine gezielte Erweiterung mit einem einzigen proprietären Datenpunkt ausreicht. Löschen ist die letzte Option, wenn eine Seite keinen Traffic generiert, keinen internen Linkwert hat und nicht rettbar ist. Für alles andere: überarbeiten statt entfernen.


