Google testet eine neue Ads-Kennzeichnung: Ist das noch Werbung?

Google Ads - Ist das noch Werbung?
⚡️ TL;DR

Was passiert? Google testet, alle Anzeigen unter einer einzigen Überschrift „Sponsored results“ zu gruppieren. Die einzelnen Anzeigen darunter haben kein eigenes Label mehr.

Die Fakten: Dieser Test läuft seit dem 24. September 2025 und ist durch Quellen wie PPC Land bestätigt. Die Idee eines kleinen, grauen „Sponsored“-Labels neben jeder Anzeige ist damit überholt.

Was sind die Folgen? Die Klickrate (CTR) auf Anzeigen wird wahrscheinlich steigen, die der organischen Ergebnisse könnte leiden. Die Transparenz für Nutzer nimmt ab.

Was tun? Eigene Performance (besonders CTR in Search Console & Google Ads) genau beobachten und auf hochwertige, klickstarke Snippets sowie exzellente Landing Pages setzen.

Die Google-Suchergebnisseite (SERP) ist ständig in Bewegung. Oft sind es kleine Anpassungen, aber ein aktueller Test von Google hat das Potenzial, die Spielregeln grundlegend zu verändern.

Vielleicht hast Du von Gerüchten über ein neues, kleines „Sponsored“-Label gehört. Mir persönlich sind die neuen Ads, tatsächlich erst heute selbst in den SERPs aufgefallen. Zuvor habe ich auch nur darüber gelesen… und schnell gemerkt: Der eigentliche Test ist noch viel tiefgreifender. Google experimentiert nicht nur mit einem kleinen Label, sondern mit einer völlig neuen Darstellung, die bezahlte und organische Ergebnisse massiv verschwimmen lässt.

Ich zeige Dir, was sich wirklich ändert, welche handfesten Beweise es dafür gibt und was diese Entwicklung für Deine Website, Deine SEO-Strategie und Deine Werbekampagnen bedeutet.

Faktencheck: Das ändert sich wirklich bei der Google Anzeigen-Kennzeichnung

Die jüngste Diskussion wurde durch die Beobachtung einer subtilen Änderung entfacht. Die Realität ist jedoch noch signifikanter. Statt jede Anzeige einzeln mit einem Label zu versehen, geht Google einen radikaleren Schritt.

Seit dem 24. September 2025 läuft ein Test, bei dem Google alle Anzeigen am Anfang der Suchergebnisse unter einer einzigen, gemeinsamen Überschrift „Sponsored results“ bündelt. Wie unter anderem das Branchenmagazin PPC Land berichtet, erscheinen die einzelnen Anzeigen-Snippets unter diesem Header ohne eine individuelle Kennzeichnung.

Google-Suchergebnisseite mit deutlich sichtbarer Kennzeichnung „Gesponserte Ergebnisse“ für mehrere Anzeigen oberhalb der organischen Treffer.

Google zeigt mehrere Anzeigen mit dem Label „Gesponserte Ergebnisse“ vor den organischen Suchergebnissen.

Optisch sehen die Anzeigen damit fast identisch zu organischen Ergebnissen aus. Dies ist eine deutliche Abkehr von früheren Tests, bei denen, wie von Search Engine Roundtable dokumentiert, lediglich kleine Zusatzinformationen getestet wurden. Der jetzige Gruppierungsansatz ist weitaus einschneidender.

Warum testet Google eine solch unauffällige Werbekennzeichnung?

Hinter dieser Design-Anpassung steckt eine klare strategische Überlegung.

Die offizielle Perspektive: Eine moderne Nutzererfahrung

Offiziell begründet Google solche Änderungen meist mit der Vereinheitlichung des Designs und einer verbesserten, aufgeräumten Nutzererfahrung. Ein einziger Header statt vieler sich wiederholender Labels könnte als „sauberer“ argumentiert werden.

Die kritische Perspektive: Optimierung der Werbeeinnahmen

Die kommerzielle Motivation ist jedoch kaum zu übersehen. Google ist ein werbefinanziertes Unternehmen. Die logische Schlussfolgerung lautet: Je weniger klar Anzeigen als solche zu erkennen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für (unbewusste) Klicks. Diese Strategie, das Aussehen von Anzeigen schrittweise an organische Ergebnisse anzugleichen, verfolgt Google seit Jahren. Der aktuelle Test ist die bisher konsequenteste Umsetzung.

Welche konkreten Auswirkungen hat das für Nutzer & Advertiser?

Für Nutzer: Mangelnde Transparenz und potenzieller Vertrauensverlust

Für Nutzer wird es extrem schwierig, bewusst zwischen einem redaktionellen Suchergebnis und einer gekauften Anzeige zu unterscheiden. Dies untergräbt die Transparenz und kann zu Frust führen, wenn Nutzer das Gefühl haben, auf Werbung geleitet worden zu sein.

Für Advertiser: Chance und Risiko zugleich

Auf den ersten Blick scheint die Änderung für Werbetreibende positiv:

  • Potenziell höhere Klickraten (CTR): Mehr unbewusste Klicks könnten die CTR und den Traffic steigern.
  • Risiko minderwertiger Klicks: Es könnten vermehrt Nutzer klicken, die Werbung eigentlich meiden. Das führt zu höheren Absprungraten und potenziell teureren Conversions.

Für SEOs: Gefahr für den organischen Traffic

Hier liegt die größte Bedrohung. Wenn die Anzeigen unter dem „Sponsored results“-Header mehr Klicks abfangen, geht das direkt zulasten der organischen Ergebnisse. Top-Positionen verlieren an Wert, und der Druck, selbst Budget für Anzeigen aufzuwenden, wächst. Gerade angesichts der Erkenntnis, dass Nutzersignale wichtiger sind als alles, was Du bisher über SEO wusstest, ist eine sinkende organische CTR ein alarmierendes Zeichen.

Handlungsempfehlung: Wie solltest Du jetzt reagieren?

Noch ist es ein Test. Aber Du solltest vorbereitet sein. Ich empfehle Dir folgende Schritte:

  1. Überwache Deine Performance genau: Behalte die Klickraten (CTR) Deiner wichtigsten Keywords in der Google Search Console (für SEO) und in Google Ads (für SEA) im Auge. So kannst Du bei einem Rollout sofort auf Verschiebungen reagieren.
  2. Optimiere Deine Snippets und Landing Pages: Der Wettbewerb um den Klick wird noch härter. Dein organisches Snippet (Titel und Beschreibung) muss relevanter und klickstärker sein als je zuvor. Deine Landing Page muss die Nutzererwartung perfekt erfüllen.
  3. Fokussiere Dich auf den Nutzer: Am Ende gewinnt die Seite, die dem Nutzer den größten Mehrwert bietet. Eine exzellente Nutzererfahrung und herausragender Content sind die beste Versicherung gegen jede SERP-Änderung. Ein tiefes Verständnis von E-E-A-T ist der ultimative Guide für mehr Trust und Top-Rankings, um genau das zu erreichen.

Aktualisiertes FAQ zur neuen Google Ads-Kennzeichnung

Was ist die neue Anzeigen-Kennzeichnung?
Der aktuellste Test zeigt keine individuellen Labels mehr. Stattdessen werden alle Anzeigen unter einem einzigen Header „Sponsored results“ gruppiert.

Warum testet Google das?
Offiziell für ein einheitlicheres Design, aber sehr wahrscheinlich zur Steigerung der Klickraten auf Werbung und somit der Werbeeinnahmen.

Welche Auswirkungen hat das auf die CTR?
Es wird eine höhere CTR auf Anzeigen erwartet, was potenziell zu einer niedrigeren CTR auf organische Treffer direkt darunter führen kann.

Fazit: Mein Ausblick auf die neuen Spielregeln

Googles jüngster Testlauf zur Anzeigen-Gruppierung ist mehr als nur eine kosmetische Änderung – er ist ein strategischer Schachzug. Die Balance verschiebt sich weiter zugunsten bezahlter Anzeigen und schwächt die Transparenz für die Nutzer.

Für Dich als Website-Betreiber, SEO oder Advertiser bedeutet das: Du musst jetzt stärker denn je auf Datenkontrolle, attraktive Snippets und erstklassige Nutzererlebnisse setzen. Denn das sind die Erfolgsfaktoren, die unabhängig von Googles Design-Entscheidungen Bestand haben.

Christian Ott - Gründer von www.seo-kreativ.de

Christian Ott – SEO kreativ denken & Wissen teilen

Als Gründer von SEO-Kreativ lebe ich meine 2014 entdeckte Leidenschaft für SEO. Mein Weg vom Hobby-Blogger zum SEO-Experten und Product Developer hat dabei meinen Ansatz geprägt: Ich teile Wissen verständlich, praxisnah und ohne Fachchinesisch.