Domain-Autorität sagt kaum vorher, wer ein Thema in ChatGPT besitzt. Semrush hat mit Kevin Indig 1.094 US-Kategorien über sechs Monate verfolgt. Der Authority Score lag beim Themen-Besitzer nur in 52,5 % der Direktvergleiche vorn. Das ist Münzwurf-Niveau.
- 53,7 % der untersuchten Kategorien haben laut Studie überhaupt keinen Besitzer. Die volumenstarke Hälfte ist sogar seltener besetzt als die schwache.
- Zitiert werden und genannt werden sind zwei verschiedene Spiele. Nur 21 % der meistzitierten Domains waren auch die meistgenannte Marke.
- Wer ein Thema hält, hält es meist. Die Monatsstabilität liegt bei 90,4 %. Aber nur mit echtem Vorsprung.
- Für die Planung heißt das: zwei bis drei Themen vollständig besetzen schlägt breite Autoritätsarbeit.
Für diesen Artikel habe ich die deutschen Suchvolumina über DataForSEO gezogen und bin dabei über eine Zahl gestolpert, die mit dem eigentlichen Thema wenig zu tun hat und trotzdem ziemlich viel darüber erklärt, wo die Branche gerade steht. „LLMO“ fällt in Deutschland seit zwölf Monaten von 720 auf 210 Suchanfragen im Monat. „KI-Sichtbarkeit“ steigt im selben Zeitraum von 70 auf 260. Die Branche hat sich also noch nicht einmal auf einen Begriff geeinigt. Sortiert aber bereits eifrig, wer in KI-Antworten vorkommt und wer nicht.
Die gängige Erzählung dazu klingt vertraut. Bau Autorität auf, dann kommt die Sichtbarkeit in ChatGPT von allein. Klingt plausibel. Es ist im Kern die SEO-Logik der letzten fünfzehn Jahre, einmal umetikettiert.
Nur passt sie nicht zu den Daten. Semrush hat gemeinsam mit Kevin Indig 1.094 Themenkategorien ein halbes Jahr lang in ChatGPT verfolgt und dabei eine denkbar einfache Frage geprüft: Sagen die üblichen Autoritäts-Kennzahlen vorher, welche Marke ein Thema dominiert? Sie tun es kaum. Der Authority Score lag beim Themen-Besitzer in 52,5 % der Paarvergleiche vorn. Man hätte eine Münze werfen können.
Was die Studie stattdessen zeigt, ist für die Redaktionsplanung deutlich brauchbarer als jede Tool-Empfehlung. KI-Sichtbarkeit ist keine Eigenschaft deiner Domain, sondern entsteht pro Thema. Und die Mehrheit der Themen ist noch frei.
Wenn du die Begriffe rund um AIO, GEO, AEO und LLMO noch sortierst, lies das zuerst. Hier geht es um die Frage dahinter: Was sagt KI-Sichtbarkeit überhaupt vorher, und was nicht?
Was die Studie tatsächlich gemessen hat
Die Untersuchung deckt laut Semrush 1.094 US-Kategorien ab und hat sie von Januar bis Juni 2026 monatlich in ChatGPT (OpenAI) getrackt. Die Datenbasis umfasst nach Angaben der Autoren über 220.000 Domains und mehr als 50.000 Marken.
Eine Abgrenzung, die für den Rest des Artikels trägt: Gemessen wurde nicht allgemeine KI-Sichtbarkeit über alle Plattformen hinweg, sondern Ownership innerhalb von ChatGPT-Antworten. Für Gemini, Perplexity oder AI Overviews sagt die Studie nichts aus.
Entscheidend ist die Methodik dahinter. Jede Kategorie wurde über fünf repräsentative Prompts abgefragt, die zusammen den typischen Verlauf einer Themenrecherche abbilden: die Definitionsfrage, den Vergleich, die Kaufabsicht, die Problemlösung und die Empfehlungsfrage. Nicht eine Frage also. Die ganze Spannbreite.
Als Besitzer einer Kategorie gilt eine Marke nur, wenn drei Bedingungen zusammenkommen:
- sie hat den höchsten Nennungsanteil in der Kategorie,
- sie taucht in mindestens vier der fünf Prompts auf,
- und ihr Vorsprung auf den Zweitplatzierten beträgt mindestens fünf Prozentpunkte.
Das ist eine harte Definition und genau der Grund, warum die Zahlen weiter unten so ernüchternd ausfallen. Wer nur bei der Definitionsfrage auftaucht und beim Vergleich wieder verschwindet, besitzt das Thema nicht. Wer knapp vorn liegt, auch nicht.
Diese Logik ist nicht neu, sie ist im Kern immer noch SEO, nur ohne Ranking-Positionen. Was sich ändert, ist die Messgröße. Nicht Platz 1 für ein Keyword, sondern Nennungsanteil über ein ganzes Fragen-Bündel.
53,7 Prozent der Themen gehören noch niemandem
Die Verteilung ist der eigentliche Befund der Studie. Von 1.094 Kategorien haben laut Semrush
- 15,2 % einen klaren Besitzer,
- 31,2 % einen aufkommenden Besitzer,
- 53,7 % überhaupt keinen.
Über die Hälfte aller untersuchten Themen ist nach sechs Monaten Beobachtung unentschieden, weil es dort keine Marke schafft, bei vier von fünf Fragen mit fünf Prozentpunkten Vorsprung genannt zu werden.
Der übliche Reflex an dieser Stelle: Schön, aber die freien Themen sind bestimmt die uninteressanten. Genau das prüft die Studie, und das Ergebnis fällt andersherum aus.
Teilt man die Kategorien am Median in eine volumenstarke und eine volumenschwache Hälfte, dann entfallen 98 % des gesamten KI-Suchvolumens auf die obere Hälfte, und ausgerechnet dort haben nur 11,3 % der Themen einen Besitzer. In der volumenschwachen Hälfte sind es 19 %.
Die nachgefragten Themen sind also weniger besetzt als die Nischen. Das ist kontraintuitiv, wenn man Wettbewerb aus der klassischen Websuche denkt, denn dort geht hohes Volumen fast immer mit hoher Verdrängung einher. In der Nische reichen wenige konsistente Nennungen zur Dominanz. Im breiten Thema verteilen sich die Nennungen dagegen auf so viele Anbieter, dass niemand über die Fünf-Punkte-Schwelle kommt. Auch Search Engine Land hebt diesen Punkt in seiner Einordnung hervor.
Praktisch heißt das: Der Wettbewerb um KI-Sichtbarkeit ist in den relevanten Themen noch nicht entschieden. Nicht weil dort niemand arbeitet, sondern weil bisher niemand konsistent genug über alle fünf Fragetypen hinweg arbeitet.
Deine Autorität sagt deine KI-Sichtbarkeit nicht vorher
Das ist der Teil der Studie, der der gängigen Erzählung widerspricht. Die Autoren haben für jede Kategorie den Besitzer gegen den Zweitplatzierten gestellt und ausgezählt, in wie vielen dieser Paare der Besitzer den besseren Wert bei den klassischen SEO-Kennzahlen hatte.
| Kennzahl | Besitzer liegt vorn in … | Aussagekraft |
|---|---|---|
| Branded Search Volume | 55,7 % | Schwaches, aber erkennbares Signal |
| Authority Score | 52,5 % | Praktisch Zufall |
| Organischer Traffic | 48,4 % | Praktisch Zufall. Minimal unter der Zufallslinie |
| Referenz: reiner Münzwurf | 50,0 % | keine |
Beim organischen Traffic liegt der Themen-Besitzer sogar minimal seltener vorn als der Zweitplatzierte. Eine Gegenläufigkeit lässt sich daraus nicht ableiten, dafür ist der Abstand zu 50 % viel zu klein. Eines lässt sich aber mit Sicherheit sagen: Aus deinem Traffic kannst du nicht ableiten, ob du ein Thema in ChatGPT besitzt.
Der einzige Wert mit Substanz ist Branded Search mit 55,7 %, und das passt zur Mechanik der Modelle: Wenn Menschen deinen Markennamen aktiv suchen, tauchst du auch in den Texten auf, aus denen Modelle lernen und die sie zur Laufzeit zitieren. Bekanntheit hilft also. Ein Autoritäts-Score aus deinem Backlink-Profil hilft nicht messbar.
Hier lohnt eine saubere Abgrenzung, weil zwei Dinge oft in einen Topf wandern. Topical Authority über Content-Cluster ist ein Konzept für die klassische Websuche: thematische Tiefe, interne Verlinkung, Hub-and-Spoke-Struktur. Das funktioniert weiterhin, und Googles Dokumentation bleibt dafür die maßgebliche Referenz. Themen-Ownership in ChatGPT ist etwas anderes, nämlich keine Ranking-Position, sondern Nennungsanteil über ein Fragen-Bündel. Die beiden korrelieren nicht automatisch, und genau das misst die Studie.
Der teure Fehlschluss wäre jetzt, den Authority Score als Nordstern durch eine andere Vanity-Kennzahl zu ersetzen. Klassiker. Teurer Klassiker. Die Studie sagt nicht, dass Autorität wertlos ist, sondern dass Autorität Themen-Ownership nicht vorhersagt. Das ist eine schwächere Aussage. Und eine deutlich nützlichere.
Zitiert heißt nicht genannt: die 21-Prozent-Falle
Diese Zahl bekommt im deutschsprachigen Raum bisher kaum Aufmerksamkeit, dabei ist sie die praktisch folgenreichste der ganzen Untersuchung.
ChatGPT tut in einer Antwort zwei verschiedene Dinge. Es zitiert Quellen, also Links, aus denen die Antwort gespeist wird. Und es nennt Marken, also Anbieter, die als Antwort empfohlen oder aufgezählt werden. Die Studie hat beides getrennt erhoben. Der Zusammenhang ist nach Angaben der Autoren leicht negativ, die Korrelation liegt bei −0,229.
Leicht negativ heißt nicht, dass das eine das andere ausschließt. Es heißt: Wer oft zitiert wird, wird tendenziell nicht häufiger als Marke genannt, eher etwas seltener. Vergleichs- und Testportale werden zitiert, weil sie strukturierte Informationen über einen ganzen Markt liefern, während genannt die Anbieter werden, über die sie schreiben.
Für die Praxis bedeutet das eine unbequeme Vorentscheidung, denn „in KI-Antworten sichtbar sein“ ist keine Zielsetzung. Es sind zwei:
- Als Quelle zitiert werden. Dafür brauchst du extrahierbare, präzise, aktuelle Information zu einem Sachverhalt. Der Weg dorthin führt über Inhalte, die eine Frage abschließend beantworten, statt zu ihr hinzuführen. Wie das im Detail aussieht, habe ich in zur zitierten Quelle werden auseinandergenommen.
- Als Marke genannt werden. Dafür musst du in den Vergleichen, Listen und Empfehlungen Dritter vorkommen. Das ist näher an Pressearbeit und Marktpräsenz als an On-Page-Optimierung.
Ein Werkzeug, das dir „AI Visibility“ als eine einzige Zahl ausgibt, mischt beides. Du willst wissen, warum du in einer Kategorie nicht vorkommst? Dann brauchst du die Trennung, sonst optimierst du monatelang die falsche Rolle.
Wer ein Thema besitzt, behält es
Die hohe Stabilität ist zunächst eine gute Nachricht für alle, die investieren wollen. Themen-Ownership ist nicht volatil. Wer im Mai vorn lag, lag mit gut 90 % Wahrscheinlichkeit auch im Juni noch vorn, und genau das rechtfertigt langfristige Content-Arbeit auf einem Thema statt gestreuten Aufwand über zwanzig.
Interessanter ist die Kehrseite. Die Studie hat die stabilen von den gekippten Kategorien getrennt und den Median-Vorsprung verglichen: 2,9 Prozentpunkte bei den stabilen, 1,3 bei denen, in denen die Führung wechselte.
Beides sind kleine Zahlen, und genau das ist der Punkt: Der Unterschied zwischen „gehört mir“ und „kann jeden Monat kippen“ ist eine Handvoll Prozentpunkte Nennungsanteil. Ein knapper erster Platz ist kein Besitz. Er ist eine Momentaufnahme.
Daraus folgt eine konkrete Konsequenz für die Zielsetzung: Die sinnvolle Kennzahl ist nicht, ob du in der Kategorie führst, sondern wie groß dein Abstand zum Zweiten ausfällt. Ein Vorsprung von einem Prozentpunkt ist ein Grund weiterzuarbeiten und kein Grund, das Thema abzuhaken.
Das erklärt auch, warum Ownership in den 53,7 % unbesetzten Kategorien so selten zustande kommt. Nicht weil dort niemand präsent wäre, sondern weil sich die Präsenz auf viele Anbieter verteilt und am Ende niemand den nötigen Abstand aufbaut.
Was das für deine Content-Planung heißt
Aus „53,7 % sind frei“ folgt keine Erlaubnis, breiter zu werden. Es folgt das Gegenteil.
1. Themen auswählen statt Keywords sammeln. Ownership entsteht pro Kategorie, und die Definition verlangt Präsenz bei vier von fünf Fragetypen, du brauchst für ein einziges Thema also mehrere Inhalte, die zusammen ein Fragen-Bündel abdecken. Bei zwei bis drei Themen ist das realistisch. Bei zwölf nicht.
2. Die fünf Fragetypen als Raster nehmen. Definition, Vergleich, Kaufabsicht, Problemlösung, Empfehlung. Geh deine bestehenden Inhalte zum Kernthema durch und trag sie in dieses Raster ein. Der typische Befund dabei: Mehrere Artikel stapeln sich auf der Definitionsfrage, während zur Empfehlungsfrage überhaupt nichts existiert. Vier Inhalte, ein Fragetyp. Nach der Ownership-Definition zählt das wie einer.
3. Die eigene Abdeckung messen, nicht schätzen. Für seo-kreativ.de habe ich kürzlich den eigenen Suchindex neu aufgebaut. 173 gecrawlte URLs rein, 159 indexierte raus. Acht davon waren 404er, die überhaupt nicht in der Sitemap standen und die der Crawler ausschließlich über interne Links gefunden hat. Ich hatte bis dahin eine andere Vorstellung davon, was auf meiner eigenen Seite steht. Diese Lücke zwischen angenommener und tatsächlicher Abdeckung ist der Normalfall.
4. Extrahierbarkeit vor Umfang. Für die Zitat-Rolle zählt vor allem, ob ein Modell die Antwort sauber aus deinem Text herauslösen kann: klare Frage-Antwort-Struktur, konkrete Zahlen mit Quelle, Datum. Strukturierte Daten für AI Overviews helfen bei der maschinellen Erschließung. Sie ersetzen aber keine Antwort, die im Text steht.
5. Messen, was messbar ist. Für ChatGPT gibt es keine Search Console. Die einzige kostenlose Quelle mit echten Zahlen aus meinem eigenen Betrieb sind die AI-Performance-Daten der Bing Webmaster Tools. Die decken Copilot ab und nicht ChatGPT, sind also ein Näherungswert. Das ist trotzdem ehrlicher als ein Score, der Zitate und Nennungen zu einer einzigen Zahl verrührt.
Wo die Studie an ihre Grenzen kommt
Ein Artikel, der einer Branchen-Erzählung eine Studie entgegenhält, muss diese Studie mit demselben Maßstab prüfen. Vier Einschränkungen gehören auf den Tisch.
Der Herausgeber verkauft das Werkzeug. Semrush veröffentlicht die Untersuchung und vertreibt gleichzeitig das Toolkit, mit dem die Daten erhoben wurden. Das macht die Zahlen nicht falsch, und die Methodik ist offengelegt. Es heißt aber, dass die Auswahl dessen, was überhaupt gemessen und was davon betont wird, nicht neutral zustande kommt.
US-Kategorien, ein Modell, sechs Monate. Untersucht wurden US-Kategorien in ChatGPT, weshalb die Verteilungen für den deutschsprachigen Markt nicht ohne Weiteres übertragbar sind, denn die Themenlandschaft hier ist kleiner. Andere Systeme verhalten sich ebenfalls messbar anders. Für Gemini beziffert Semrush in einer separaten Auswertung die Überschneidung zwischen genannten Marken und zitierten Domains auf bis zu 30 %. Direkt gegen die 21 % aus dieser Studie rechnen lässt sich das nicht, die beiden Werte sind unterschiedlich definiert. Als Hinweis auf Plattform-Unterschiede reicht es.
Die Daten enthalten keine themenbezogenen Ranking-Werte. Kevin Indig weist in seiner eigenen Aufbereitung darauf hin, dass der Datensatz keine Sichtbarkeits- oder Ranking-Daten auf Themenebene enthält und die Autoritäts-Kennzahlen deshalb Domain-Werte bleiben, keine Themen-Werte. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass eine themenbezogene Autoritätsmessung besser vorhersagen würde. Nur gibt es sie in diesem Datensatz nicht.
Nicht-Vorhersage ist keine Wirkungslosigkeit. Indig formuliert es in der Studie selbst am schärfsten: „Treat that as a hypothesis, not a finding. What the data actually shows is: traditional SEO metrics aren’t enough to explain who owns a topic.“ Die Daten zeigen, dass die klassischen Kennzahlen nicht ausreichen, um Ownership zu erklären, aber sie zeigen nicht, dass diese Kennzahlen egal wären. Seine ausführliche Einordnung steht im Growth Memo.
Diese Grenze ist kein Kleingedrucktes: Wer daraus „Backlinks sind tot“ macht, hat aus einer sauberen Studie eine schlechte Schlagzeile gemacht.
Infografik: Themen-Ownership in ChatGPT
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist KI-Sichtbarkeit genau?
KI-Sichtbarkeit beschreibt, ob und wie eine Marke oder Website in den Antworten von KI-Systemen wie ChatGPT vorkommt. Wichtig ist die Unterscheidung zweier Rollen. Du kannst zitierte Quelle sein, dann verweist die Antwort auf deine URL. Oder genannte Marke, dann empfiehlt die Antwort dein Unternehmen. Laut der Semrush-Studie fallen beide Rollen in ChatGPT meist auseinander. Nur bei 21 % der Kategorien war die meistzitierte Domain auch die meistgenannte Marke.
Hilft ein hoher Authority Score für die Sichtbarkeit in ChatGPT?
Nach den Daten dieser Studie nicht messbar. Im direkten Vergleich zwischen Themen-Besitzer und Zweitplatziertem lag der Authority Score in 52,5 % der Paare beim Besitzer vorn. Bei reinem Zufall wären es 50 %. Das ist kein Beleg dafür, dass Autoritätsarbeit wertlos ist. Es heißt, dass sich aus dem Score nicht ableiten lässt, wer ein Thema in ChatGPT dominiert.
Wie viele Themen sollte ich gleichzeitig angehen?
Zwei bis drei. Die Ownership-Definition der Studie verlangt Präsenz bei mindestens vier von fünf Fragetypen einer Kategorie plus fünf Prozentpunkte Vorsprung. Diese Abdeckung braucht mehrere aufeinander abgestimmte Inhalte pro Thema. Wer zehn Themen parallel bedient, erreicht die Schwelle in keinem. Und ein Vorsprung von ein bis zwei Prozentpunkten kippt laut Studie regelmäßig wieder.
Sind die Zahlen auf den deutschen Markt übertragbar?
Als Größenordnung ja, als exakte Prognose nein. Die Studie hat US-Kategorien in ChatGPT untersucht. Der deutschsprachige Markt ist kleiner, entsprechend anders verteilt sich der Nennungsanteil. Andere Systeme wie Gemini oder Perplexity zitieren nach Semrush-eigenen Auswertungen in anderen Größenordnungen. Die Mechanik ist nicht an einen Markt gebunden. Ownership entsteht pro Thema, nicht pro Domain. Die Prozentwerte gelten aber nur für den untersuchten Markt.
Wie messe ich meine KI-Sichtbarkeit ohne kostenpflichtiges Tool?
Vollständig geht es derzeit nicht, für ChatGPT gibt es keine Search Console. Zwei Näherungen sind kostenlos. Erstens die AI-Performance-Daten der Bing Webmaster Tools, die allerdings Copilot abdecken und nicht ChatGPT. Zweitens eine manuelle Stichprobe: Stell die fünf Standardfragen deiner Kategorie regelmäßig und notiere, welche Marken genannt und welche Quellen zitiert werden. Das ist mühsam. Es liefert aber genau die Trennung von Nennung und Zitat, die aggregierte Scores verwischen. Beide Verfahren liefern Näherungswerte. Eine offizielle, vollständige und kostenlose Search Console für ChatGPT gibt es derzeit nicht.
Fazit: Such dir zwei Themen und besetze sie ganz
Die brauchbarste Erkenntnis aus 1.094 Kategorien ist nicht, dass klassische Kennzahlen versagen. Sie ist, dass Ownership auf einer Ebene entsteht, auf der die meisten Redaktionen überhaupt nicht planen. Nicht auf der Domain, nicht auf dem einzelnen Keyword, sondern auf dem Thema als Fragen-Bündel.
Das ist die günstigere Nachricht von beiden. Eine Domain-Autorität, die mit den Großen mithält, baust du in einem Jahr nicht auf, aber fünf Fragetypen in zwei Themen sauber und aktuell zu bedienen, das ist Redaktionsarbeit im machbaren Rahmen.
Stand: Juli 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für Aktualität und Vollständigkeit übernommen werden. Die dargestellten Studienergebnisse beruhen auf den von Semrush veröffentlichten Angaben, für deren Richtigkeit keine Gewähr übernommen wird. Die genannten Suchvolumina stammen aus eigener Recherche über DataForSEO und sind Schätzwerte. Alle genannten Marken und Produktnamen sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Rechts- oder Beratungsleistung.


