Site Reputation Abuse: Wenn die EU Google zwingt, das Update zu drehen

Das Wichtigste in Kürze:

Die EU-Kommission prüft seit November 2025, ob Googles Site-Reputation-Abuse-Policy mit dem Digital Markets Act vereinbar ist. Google hat laut Reuters und Bloomberg am 6. Mai 2026 ein Remedies-Angebot eingereicht. Laut Reuters erklärte Kommissionssprecher Thomas Regnier am 8. Mai, die Lösung sei nicht stark genug.

  • Nach bisheriger Kommissionsmitteilung richtet sich das Verfahren vor allem gegen Publisher- und News-Domains; iGaming-Affiliate-Strukturen sind nicht explizit Gegenstand der bisherigen Kommissionsmitteilung – das ist aber keine abschließende Einordnung.
  • Der vollständige Inhalt des Remedies-Angebots wurde nicht veröffentlicht; alle Angaben dazu basieren auf Medienberichten.
  • Das Verfahren läuft innerhalb des DMA-Prüfrahmens; ein konkretes Enddatum wurde öffentlich nicht kommuniziert.

Am 6. Mai 2026 berichteten Bloomberg und Reuters, dass Google der EU-Kommission ein Remedies-Angebot vorgelegt hat. Zwei Tage später erklärte EU-Kommissionssprecher Thomas Regnier laut Reuters, das Angebot sei „simply not strong enough“. Damit ist das formale DMA-Verfahren, das die Kommission im November 2025 gegen Google eingeleitet hatte, weiterhin offen.

Dieser Beitrag fasst zusammen, was über das Verfahren und das Remedies-Angebot öffentlich bekannt ist, erklärt den Policy-Hintergrund und benennt die offenen Fragen.

Hintergrund: Das DMA-Verfahren gegen Google

Key Takeaway: Die EU-Kommission prüft, ob Googles Anwendung der Site-Reputation-Abuse-Policy mit dem Digital Markets Act vereinbar ist. Das Verfahren läuft; eine Entscheidung liegt nicht vor.

Die folgende Timeline basiert auf offiziellen Kommissionsmitteilungen und Medienberichten:

  • 5. März 2024: Google führt mit dem March 2024 Core Update drei neue Spam-Kategorien ein, darunter Site Reputation Abuse. Enforcement-Start: 5. Mai 2024.
  • Mai 2024: Erste manuelle Maßnahmen werden öffentlich dokumentiert. Laut Sichtbarkeitsanalysen der SEO-Analysten Glenn Gabe und Lily Ray verlieren u. a. CNN Underscored, Forbes Advisor und WSJ Buyside an organischer Sichtbarkeit.
  • 19./20. November 2024: Google aktualisiert die Policy. Laut damaliger Berichterstattung von Search Engine Roundtable signalisiert Google, dass auch redaktionelle Beteiligung des Publishers an Drittinhalten die SRA-Bewertung nicht automatisch ändert.
  • 13. November 2025: Die EU-Kommission eröffnet ein formales DMA-Verfahren gegen Google. Wörtliche Begründung: „Indications that Google, based on its ’site reputation abuse policy‘, is demoting news media and other publishers‘ websites and content in Google search results when those websites include content from commercial partners.“ Der European Publishers Council zählt laut Berichten zu den Beschwerdeführern.
  • 6. Mai 2026: Google reicht laut Bloomberg und Reuters ein Remedies-Angebot bei der EU-Kommission ein. Der vollständige Text wurde nicht veröffentlicht.
  • 8. Mai 2026: EU-Kommissionssprecher Thomas Regnier erklärt laut Reuters: „The reality for now is that solution is simply not strong enough.“ Google erhält laut Berichten die Möglichkeit zur Nachbesserung.

Die rechtliche Grundlage ist der Digital Markets Act (DMA), konkret Artikel 6(5) und 6(12). Diese verpflichten designierte Gatekeeper – Google ist einer von sieben – zu fairen, angemessenen und nicht-diskriminierenden Bedingungen beim Zugang von Geschäftspartnern zu ihren Diensten. Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera erklärte laut EU-Pressemitteilung: „We are concerned that Google’s policies do not allow news publishers to be treated in a fair, reasonable, and non-discriminatory manner in its search results.“

Laut Artikel 30 der Verordnung (EU) 2022/1925 (Digital Markets Act) kann die EU-Kommission bei Verstößen gegen Verpflichtungen aus den Artikeln 5, 6 und 7 Geldbußen von bis zu 10 % des weltweiten Vorjahresumsatzes verhängen; bei Wiederholungsverstößen steigt der Rahmen auf bis zu 20 %.

Was die Site Reputation Abuse Policy regelt

Key Takeaway: Affiliate-Content verstößt laut Googles offizieller FAQ-Kommunikation nicht per se gegen die Policy. Relevant ist, ob Drittpartei-Inhalte primär dazu dienen, Ranking-Signale einer etablierten Domain auszunutzen.

Googles offizielle Definition aus den Spam Policies for Google Web Search lautet: „Site reputation abuse is the practice of publishing third-party pages on a site in an attempt to abuse search rankings by taking advantage of the host site’s ranking signals.“

In der Update-Kommunikation vom November 2024 konkretisierte Google die Zielgruppe als „very low-value, third-party content produced primarily for ranking purposes and without close oversight“. Laut Googles offizieller FAQ-Kommunikation verstößt Affiliate-Content nicht automatisch gegen die Policy; entscheidend ist der Kontext und die primäre Zweckbestimmung der Inhalte.

Die EU-Kommission hält dem in ihrer Pressemitteilung vom 13. November 2025 entgegen, die Policy beeinträchtige „a common and legitimate way for publishers to monetise their websites and content“. Aus Sicht der Kommission ist die Frage, ob Googles Policy-Anwendung die von ihr beschriebene Differenzierung in der Praxis hinreichend abbildet.

Einordnung: Das Verfahren dreht sich nicht um die Policy-Existenz als solche, sondern um ihre konkrete Anwendung und die Frage, ob diese im Einklang mit den DMA-Pflichten für Gatekeeper steht. Googles Gegenargument laut Reuters-Statement (Mai 2026): „Our priority is to keep Search results helpful and useful for users and protect them from deceptive practices like ‚parasite SEO‘ spam.“

Welche konkreten Black-Hat-Taktiken in der iGaming-Branche Google zu dieser Haltung geführt haben, dokumentiert der Beitrag zu Black-Hat-SEO im Glücksspiel.

Googles Remedies-Angebot: Was bekannt ist – und was nicht

Key Takeaway: Das Remedies-Angebot wurde nicht veröffentlicht. Laut Medienberichten schlägt Google eine angepasste Policy-Anwendung für News-Domains und mehr Transparenz vor. Laut Reuters erklärte Kommissionssprecher Thomas Regnier, das Angebot sei nicht stark genug.

Die detaillierteste öffentlich verfügbare Beschreibung des Angebots stammt von TheNextWeb (6. Mai 2026): „The proposals indicate that the company is willing to adjust how the site reputation abuse policy is applied to news domains, and to make the policy’s effect on publisher pages more transparent.“ Reuters berichtet, das Angebot umfasse „amendments to its anti-spam policies“ – Plural.

Was aus Medienberichten bekannt ist:

  • Eine angepasste Anwendung der SRA-Policy speziell für News-Domains ist offenbar Teil des Angebots.
  • Mehr Transparenz darüber, wie die Policy Publisher-Pages trifft, soll ebenfalls enthalten sein.
  • Laut Reuters erklärte Kommissionssprecher Thomas Regnier am 8. Mai 2026, die Lösung sei nicht stark genug.

Was nicht bekannt ist:

  • Der vollständige Inhalt des Angebots.
  • Ob und wie eine Anpassung für Affiliate-Sites außerhalb von News-Domains gälte.
  • Ob eine Anpassung auf den EU-Markt beschränkt bliebe oder global gelten würde.
  • Das Ergebnis des weiteren Verfahrensschritts.
Hinweis: Mehrere SEO-Branchenmedien haben die Story als bestätigte Lockerung dargestellt. Das ist nach aktuellem Stand nicht korrekt. Laut Reuters erklärte Kommissionssprecher Thomas Regnier, das Angebot sei nicht stark genug; eine bestätigte Änderung liegt nicht vor.

Einordnung: Relevanz für Publisher und SEO

Key Takeaway: Das Verfahren richtet sich laut Kommissionsmitteilung vom 13. November 2025 vor allem gegen Publisher- und News-Domains sowie deren Monetarisierungsmodelle über kommerzielle Partner. Die möglichen Folgen für andere Strukturen sind nach aktuellem Verfahrensstand offen und nicht abschließend geklärt.

Nach der Kommissionsmitteilung vom 13. November 2025 richtet sich das Verfahren vor allem gegen News-Publisher und Verlage, die Inhalte kommerzieller Partner einbinden. Laut öffentlicher Berichterstattung und Sichtbarkeitsanalysen von SEO-Analysten zählen CNN Underscored, Forbes Advisor und WSJ Buyside zu den dokumentierten betroffenen Sektionen; die EU-Kommission nennt keine spezifischen Domainnamen in ihrer Mitteilung.

Aus meiner Beobachtungsperspektive als Practitioner im iGaming-SEO-Umfeld verdeutlichen Modelle wie das von Clickout Media das Skalierungsmuster, das die SRA-Policy adressiert: Domains mit etabliertem Reputation-Kapital, die für KI-basierte iGaming-Affiliate-Inhalte genutzt wurden. Laut öffentlich dokumentierten Berichten – u. a. Press Gazette (2024) und einer weiteren Recherche vom März 2026 – ist Clickout Media öffentlicher Bestandteil der Branchendebatte zu diesem Thema. Eine rechtliche Bewertung dieser Praktiken ist nicht Gegenstand dieses Beitrags.

Die möglichen Folgen für Publisher-Modelle und Affiliate-Strukturen sind derzeit offen. Das Verfahren gilt Branchenvertretern als laufende Prüfung mit möglicher Relevanz für die Branche. Welche Strategien im Parasite-SEO-Umfeld unabhängig vom Verfahrensausgang tragen, zeigt der Parasite SEO 2026 Überblick.

Was zu beobachten bleibt

Key Takeaway: Vier Signale zeigen, ob und wann sich die Policy-Lage verändert. Primärquellen haben Vorrang vor Branchenberichten.
  1. EU-Kommissionsmitteilungen unter digital-markets-act.ec.europa.eu – die einzige verlässliche Primärquelle zum Verfahrensstand.
  2. Google Search Central Blog, Sektion „Spam Policies“ – Policy-Änderungen werden dort offiziell kommuniziert; zuletzt das März 2026 Spam Update, das Site Reputation Abuse explizit ausklammerte.
  3. Sichtbarkeit historisch betroffener Sektionen – CNN Underscored, Forbes Advisor, WSJ Buyside über Sistrix oder Semrush. Messbare Sichtbarkeitsveränderungen, insbesondere im EU-Index, wären ein Signal.
  4. Manual-Action-Reports in der Search Console – häufigere Reconsideration-Entscheidungen im Verlagsbereich wären ein Frühindikator.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was untersucht die EU-Kommission in dem Verfahren gegen Google?

Die EU-Kommission untersucht laut ihrer Mitteilung vom 13. November 2025, ob Googles Anwendung der Site-Reputation-Abuse-Policy gegen den Digital Markets Act verstößt. Im Fokus steht, ob Google News-Publisher in den Suchergebnissen benachteiligt, wenn deren Seiten Inhalte kommerzieller Partner enthalten.

Was enthält Googles Remedies-Angebot?

Der vollständige Text wurde nicht veröffentlicht. Laut TheNextWeb und Reuters soll Google eine angepasste Policy-Anwendung für News-Domains sowie mehr Transparenz angeboten haben. Laut Reuters erklärte Kommissionssprecher Thomas Regnier am 8. Mai 2026, die Lösung sei nicht stark genug.

Bedeutet das Angebot eine Abschaffung der Site Reputation Abuse Policy?

Nein. Reuters berichtet, das Angebot umfasse Änderungen, keine vollständige Abschaffung. Laut Reuters erklärte Kommissionssprecher Thomas Regnier, das Angebot sei nicht stark genug. Eine bestätigte Änderung liegt nach aktuellem Stand nicht vor.

Ist Affiliate-Content grundsätzlich von der Policy betroffen?

Laut Googles offizieller FAQ-Kommunikation verstößt Affiliate-Content nicht per se gegen die Policy. Entscheidend ist laut Google, ob Drittpartei-Inhalte primär dazu dienen, Ranking-Signale einer etablierten Domain auszunutzen, ohne eigenständigen redaktionellen Mehrwert zu bieten.

Wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen?

Das Verfahren läuft innerhalb des regulären DMA-Prüfrahmens. Laut Reuters hat Google nach der Bewertung des ersten Angebots als unzureichend Gelegenheit zur Nachbesserung erhalten. Ein konkretes Enddatum wurde öffentlich nicht kommuniziert.

Betrifft das Verfahren auch iGaming- oder Affiliate-Strukturen außerhalb von News-Domains?

Nach bisheriger Kommissionsmitteilung richtet sich das Verfahren vor allem gegen Publisher- und News-Domains. Andere Strukturen sind nach bisher veröffentlichter Kommissionsmitteilung nicht explizit Gegenstand des Verfahrens. Eine abschließende Bewertung für iGaming-Affiliate-Strukturen lässt sich daraus nicht ableiten.

Fazit

Key Takeaway: Das Verfahren ist offen. Laut Reuters erklärte Kommissionssprecher Thomas Regnier, Googles erstes Angebot sei nicht stark genug. Bestätigte Policy-Änderungen liegen nicht vor.

Die EU-Kommission prüft mit dem DMA-Verfahren gegen Google, ob die konkrete Anwendung der Site-Reputation-Abuse-Policy mit den Gatekeeper-Pflichten vereinbar ist. Das Verfahren richtet sich laut Kommissionsmitteilung vom 13. November 2025 vor allem gegen Publisher- und News-Domains sowie deren Monetarisierungsmodelle über kommerzielle Partner. Ob und in welchem Umfang iGaming-Affiliate-Strukturen von einem möglichen Verfahrensergebnis betroffen wären, ist nach aktuellem Stand nicht abschließend zu beurteilen und lässt sich aus der bisherigen Kommissionsmitteilung nicht ableiten.

Googles Remedies-Angebot vom 6. Mai 2026 wurde laut Reuters am 8. Mai als nicht ausreichend bewertet. Das Verfahren läuft weiter. Bestätigte Policy-Änderungen, konkrete Fristen und Aussagen zur Reichweite einer etwaigen Anpassung liegen nach aktuellem öffentlichem Stand nicht vor.

Stand und Quellen: Dieser Beitrag gibt den öffentlichen Informationsstand vom 15. Mai 2026 wieder. Primärquellen: EU-Kommission (13.11.2025), Google Search Central Blog (Nov. 2024), Reuters und Bloomberg (06./08.05.2026), TheNextWeb (06.05.2026). Der Verfahrensstand kann sich jederzeit ändern.
Christian Ott - Gründer von www.seo-kreativ.de

Christian Ott – SEO kreativ denken & Wissen teilen

Als Gründer von SEO-Kreativ lebe ich meine 2014 entdeckte Leidenschaft für SEO. Mein Weg vom Hobby-Blogger zum SEO-Experten und Product Developer hat dabei meinen Ansatz geprägt: Ich teile Wissen verständlich, praxisnah und ohne Fachchinesisch.